Ironman Germany 70.3 Wiesbaden

22. August 2010

Eine Woche ist es her, der halbe Ironman in Wiesbaden. Schwimmen konnte man bei  allen drei Disziplinen…

Diesmal habe ich das volle Programm in Anspruch genommen, das bedeutet freitags  Pastaparty, Samstag Wettkampfbesprechung und Rad Check-In und Sonntags  Awards-Party. Naja und das Rennen davor halt. Die Pastaparty war ein  Deja-vu-Erlebnis: Der gleiche Kuchen Käsekuchen wie bei Ironman im Juli. Auch  hier sind also Profis am Werk:)
Für den Rad Check-In am Samstag habe ich wohl die falsche Uhrzeit gewählt. 1,5h  Vor Schluß wollte wohl jeder ran. Dennoch waren genug Helfer unterwegs, die  jeden Athleten von Abstellplatz begleiten und die „Bike-Garage“ (Blaue  Plastiktuete) über das Rad streifen, damit das gute Stück nicht naß wird (Und  was ist mit den Athleten!?). Ich fuhr nach Hause um mich früh ins Bett zu legen.  Bishier verlief alles nach Plan.

04:30 Wecker klingelt. Ich hatte mich nachts spontan entschieden eine halbe  Stunde früher aufzustehen um nicht zu hetzen (hoho). Sonnencreme trug ich  diesmal nicht auf. Ich wollte gegen sechs am Obi-Parkplatz in Wiesbaden sein, um  einen Shuttle-Bus zum Hafenbecken zu nehmen. Tatsächlich kam ich pünktlich aus  dem Haus und war ab 5.30 auf der Autobahn.

06:00 Obi-Parkplatz. Obi ist da, Manuel ist da. Parkplatzschranke war auch da.  he!? ein Parkplatz für eine Veranstaltung bis zu 2500 Athleten. zu!? Ohne  Schilder? um 8 Uhr war Start. An meinem Rad hängt noch keinen Essen, es hat  keine Luft und ich bin auch nicht da.
Ich fahre mit dem Auto zum Hafenbecken und frage einen Security-Mann wo ich  parken soll. Der hat keine Ahnung. (Hey gute Organistation..). Ich erwöhne „OBI“  irgendwann überflüssigerweise und kriege dann doch die Info „der soll jetzt  aufgemacht werden“ he!? Manuel war zu früh da? das wäre ja das erste mal 🙂 Ich  fahre wieder zurueck zur immernoch(!) geschlossenen Schranke. Dann sehe ich  einen Bus mit IRONMAN im Display und verfolge ihn bis zum Real,- Parkplatz und  erfahre: Sie haben den Parkplatz dann doch spontan verlegt. Ich kann endlich  parken und einsteigen. pfft..

06:30 Es nieselt schon die ganze Zeit. Trotzdem werde ich entspannter. Ich bin  mit meinem dicken Sack (ich meine natuerlich den After-Race-Beutel mit dem  Smoking) in Richtung Wechselzone. Das Rad wird befüllt und aufgepumpt. Das  Wetter entscheidet sich endlich zu einem richtigen Guß. Die Bike-Garagen werden  als Regenmäntel missbraucht und im Wechselzelt wirds kuschlig eng. Als ich auf  dem Dixie saß und ein Donner über mir kracht, dachte ich mir, WAS eine  Überschrift „Triathlet hat der Blitz beim Scheißen getroffen“.

Nungut. ich hab mich dann im Wechselzelt mit gegenseitiger Hilfe eines älteren  Athleten in den Neo gezwungen. Danach war der Regen nicht mehr wichtig.  Vermutlich hat er deshalb auch aufgehoert… Der Kollege meinte nur „Dann mal  viel Erfolg – obs ein Spaß werden wir sehen“.

07:45 Ich stehe im Vorstartbereich. Ich freue mich auf den Start. Ich stehe mit  den Profis in einer Startgruppe. Die spätere Siegerin eilt an der Rampe an mir  vorbei um sich einen Startplatz ganz vorne zu sichern. Ich bin im Wasser und  schwimme die 100m zur Startlinie vor. Alle treiben im Wasser und warten. Es wird  enger neben mir. Die Leute rücken zusammen. Dann das Kommando „Noch eine Minute  bis zum Start“. Um Fehlstarts zu vermeiden ist dies gleichzeitig das letzte  Kommando vor dem Startschuß. D.h. es kann jetzt jederzeit losgehen: in 1s oder  1min.

ca 08:00 Schuß! Die Meute sticht nach vorne. Die Strecke geht 900m schnurgerade aus und dann 1km zurück. Trotzdem hat meine Schwimmstrecke Bögen 🙂 Gehaue gibts diesmal kaum. Dafür aber auch kaum Wasserschatten. Ich kann mein Rennen für mich allein schwimmen. ich sehe nach der Hälfte schon, dass es keine Traumzeit wird, aber im passeblen Rahmen bleibt (ca 39mins). Immerhin fühle ich mich gut und trabe nach dem Ausstieg Richtung Wechselzone.

08:40 Es regnet endlich wieder. Aber erst seitdem ich aus dem Wasser bin 🙂 Der Neo wird runtergepellt, Ich stülpe die Kompressionssocken an (warum habe ich nur weiße Socken gewählt?) und schlüpfe in die Radschuhe, entscheide mich für die Regenjacke und renne zum Rad. Hier überhole ich noch Athleten (Das sollte sich bald aendern) und steige hinter dem Radbalken auf.

08:45 Ich bin auf dem Rad. Alles ist naß. Ich sehe Athleten mit reiner Sommerbekleidung und bedauere sie auf auf den Abfahrten… Die kommenden 3h32 (und ich vor 2 jahren ca. 25m schneller) waren nur halb lustig.. Ich merkte wie mir Höhenmetertraining fehlte und ich langsam die Berge hochschraubte. Nach 2h wurde ich dann von einem guten Teil der zweiten Startgruppe überholt – die Startgruppe bestand aussschliesslich aus Frauen. Den Berg runter war ich sowieso ein Schisser, auch hier wurde ich eher überholt als der Überholende. Ein wenig frustrierend war das schon, aber letztendlich hatte ich meine persoenlichen Ziele: Finishen, unter 6h Finishen, unter 5h52 finishen (Das war meine Zeit von 2008). Nach 3,5h Rennzeit wusste ich ziemlich sicher, dass Ziel 2+3 gestrichen waren, aber: Finishen und damit Käsekuchen im Ziel geniessen war sowieso wichtiger:)

12:15 Ich rolle endlich von der Wiesbadener Platte in die WZ2 ein. Ich fühle mich gut. Die Verpflegung hatte gut geklappt und ich wollte jetzt die Disziplinen einzeln bewerten und dachte mir: der Halbmarathon unter 2h sollte aber schon noch drin sein. Es regnet immernoch. Ich wechsle die Schuhe und ziehe die Regenjacke aus – die armen Zuschauer, die trotz Regen gekommen sind, sollen wenigstens was von den „verrückten Triathleten, laufen halb nackt durch den Regen“ erzählen können.

12:18 Ich bin auf der Laufstrecke. Es gibt vier Runden a 5,5km. Die Leute vor mir, die schon eine Runde oder mehr absolviert haben sind dreckig wie die Wutz. Der Kurpark scheint ein Schlammparadies zu sein.. ich laufe um die erste Kurve am Kurhaus und.. bekannte Gesichter! Boris und Sabine waren. Noch ein dankbarer Schub für die letzte Disziplin. Die erste Runde gewöhnte ich mich an die Strecke. Man freut sich auf jedesmal, wenn man am Kurhaus vorbeikommt.


Die vielen Zuschauer und die pushende Musik, läßt mich jedesmal in die nächste Runde fliegen und motiviert auf den einsamen Abschnitten durch den Kurpark. Nach 2 Runden bin ich locker im Soll (unter einer Stunde) und habe gleichzeitig die Hälfte geschafft. Ein Nasser halber Tag neigt sich dem Ende zu! Auf Runde 3 überhole ich ein paar bekannte Gesichter von der Radstrecke. Wie gut das Triathlon aus drei Disziplinen besteht. In Runde 4 hole ich nochmal ein bisschen mehr aus mir raus; Ich will mir das Ziel doch noch ein wenig verdienen. Der letzte Wendepunkt am Kurhaus. Noch eine Kurve und ich darf nach links in den Zielkanal einbiegen anstatt nach rechts in einer weitere Laufrunde. Noch 100m. Ich gebe ein wenig mehr Gas. Ich schaue nach links und sehe das ein Athlet mit mir zum Endspurt ansetzt. Ich will noch einen (kleinen) Triumpf und gebe Vollgas. Ich wundere mich was da noch rauskommt (Habe ich Energie im Rennen verschenkt?). Egal. Ich bin durchs Ziel. Endlich.

ca. 6h20 habe ich gebraucht. Egal. Das ganze Rennen war eine Wasserschlacht und ich war durch. So sehr habe ich noch nie die Massage und mein Finisher-Buffet genossen. Und der Regen hat puenktlich im Ziel aufgehoert:)

Abschließend noch eine traurige Nachricht. Noch im Shuttle-Bus zum Partkplatz zurück erfahre ich, dass ein Athlet morgens auf Schwimmstrecke (vermutlich an Herz-/Kreislaufversagen) gestorben. Mein Beileid 😦
Vielleicht kann das wenigstens eine Motivation für andere sein, sich geeignet auf solche Belastungen vorzubereiten und vielleicht doch einmal öfters einen CheckUp beim Arzt machen zu lassen.

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Ironman 70.3 – Noch eine Woche

9. August 2010

Der zweite Saisonhöhepunkt steht vor der Tür: Der halbe Ironman (Ironman 70.3) in Wiesbaden.  70.3 ist die Streckenlänge in Meilen (1,9km Schwimmen / 90km Rad / 21km Laufen). Ich fühle mich nach 5 Wochen eigentlich wieder einigermaßen fit. Wiesbaden ist das letzte große Ziel dieses Jahr. D.h. ich werde mit mehr Risiko fahren und versuchen meine Bestzeit von vor zwei Jahren inzustellen (5h52). Der MTB-Marathon letzte Woche hat mir hoffentlich noch ein wenig Kraft für die 1500Hm in Wiesbaden gegeben.

Ansonsten rätsle ich seit 2 Tagen, warum ich mit der Altersklassenelite für die erste Startgruppe ausgewählt wurde. Jetzt muß ich früher aufstehen und darf um 8:00 mit den Profis starten. Mit Wasserschatten wird das wohl eher nix 🙂

Neopren ist momentan erlaubt und ich habe die Startnummer #216. Vielleicht hat ja jemand Lust sich im Kurpark bei einem Stück Kuchen die schwitzenden Läufer anzuschauen 🙂


Keilerbike in Wombach

9. August 2010

Letzte Woche gabs ein bischen Abwechslung in Wombach: Ein MTB-Rennen (58km/1300Hm). Vor drei Jahren war ich schonmal dabei, damals war das ganze Rennen eine riesige Sauerei (-> Regen). Mit schlammigen Abfahrten und einigen Stürzen. Ich war auch noch ohne Klickpedale unterwegs.
Dieses Mal war alles anders: Klickies, kaum Regen und eine um 40mins bessere Zielzeit. Es lebe die Blaskapelle auf der Aurora 🙂 Und vielen Dank an das nette Mädel in der Verpflegungsstation, dass mir wegen meiner vollen Hände einen Müsliriegel in den Mund geschoben hat! 🙂