Ironman Germany 70.3 Wiesbaden

22. August 2010

Eine Woche ist es her, der halbe Ironman in Wiesbaden. Schwimmen konnte man bei  allen drei Disziplinen…

Diesmal habe ich das volle Programm in Anspruch genommen, das bedeutet freitags  Pastaparty, Samstag Wettkampfbesprechung und Rad Check-In und Sonntags  Awards-Party. Naja und das Rennen davor halt. Die Pastaparty war ein  Deja-vu-Erlebnis: Der gleiche Kuchen Käsekuchen wie bei Ironman im Juli. Auch  hier sind also Profis am Werk:)
Für den Rad Check-In am Samstag habe ich wohl die falsche Uhrzeit gewählt. 1,5h  Vor Schluß wollte wohl jeder ran. Dennoch waren genug Helfer unterwegs, die  jeden Athleten von Abstellplatz begleiten und die „Bike-Garage“ (Blaue  Plastiktuete) über das Rad streifen, damit das gute Stück nicht naß wird (Und  was ist mit den Athleten!?). Ich fuhr nach Hause um mich früh ins Bett zu legen.  Bishier verlief alles nach Plan.

04:30 Wecker klingelt. Ich hatte mich nachts spontan entschieden eine halbe  Stunde früher aufzustehen um nicht zu hetzen (hoho). Sonnencreme trug ich  diesmal nicht auf. Ich wollte gegen sechs am Obi-Parkplatz in Wiesbaden sein, um  einen Shuttle-Bus zum Hafenbecken zu nehmen. Tatsächlich kam ich pünktlich aus  dem Haus und war ab 5.30 auf der Autobahn.

06:00 Obi-Parkplatz. Obi ist da, Manuel ist da. Parkplatzschranke war auch da.  he!? ein Parkplatz für eine Veranstaltung bis zu 2500 Athleten. zu!? Ohne  Schilder? um 8 Uhr war Start. An meinem Rad hängt noch keinen Essen, es hat  keine Luft und ich bin auch nicht da.
Ich fahre mit dem Auto zum Hafenbecken und frage einen Security-Mann wo ich  parken soll. Der hat keine Ahnung. (Hey gute Organistation..). Ich erwöhne „OBI“  irgendwann überflüssigerweise und kriege dann doch die Info „der soll jetzt  aufgemacht werden“ he!? Manuel war zu früh da? das wäre ja das erste mal 🙂 Ich  fahre wieder zurueck zur immernoch(!) geschlossenen Schranke. Dann sehe ich  einen Bus mit IRONMAN im Display und verfolge ihn bis zum Real,- Parkplatz und  erfahre: Sie haben den Parkplatz dann doch spontan verlegt. Ich kann endlich  parken und einsteigen. pfft..

06:30 Es nieselt schon die ganze Zeit. Trotzdem werde ich entspannter. Ich bin  mit meinem dicken Sack (ich meine natuerlich den After-Race-Beutel mit dem  Smoking) in Richtung Wechselzone. Das Rad wird befüllt und aufgepumpt. Das  Wetter entscheidet sich endlich zu einem richtigen Guß. Die Bike-Garagen werden  als Regenmäntel missbraucht und im Wechselzelt wirds kuschlig eng. Als ich auf  dem Dixie saß und ein Donner über mir kracht, dachte ich mir, WAS eine  Überschrift „Triathlet hat der Blitz beim Scheißen getroffen“.

Nungut. ich hab mich dann im Wechselzelt mit gegenseitiger Hilfe eines älteren  Athleten in den Neo gezwungen. Danach war der Regen nicht mehr wichtig.  Vermutlich hat er deshalb auch aufgehoert… Der Kollege meinte nur „Dann mal  viel Erfolg – obs ein Spaß werden wir sehen“.

07:45 Ich stehe im Vorstartbereich. Ich freue mich auf den Start. Ich stehe mit  den Profis in einer Startgruppe. Die spätere Siegerin eilt an der Rampe an mir  vorbei um sich einen Startplatz ganz vorne zu sichern. Ich bin im Wasser und  schwimme die 100m zur Startlinie vor. Alle treiben im Wasser und warten. Es wird  enger neben mir. Die Leute rücken zusammen. Dann das Kommando „Noch eine Minute  bis zum Start“. Um Fehlstarts zu vermeiden ist dies gleichzeitig das letzte  Kommando vor dem Startschuß. D.h. es kann jetzt jederzeit losgehen: in 1s oder  1min.

ca 08:00 Schuß! Die Meute sticht nach vorne. Die Strecke geht 900m schnurgerade aus und dann 1km zurück. Trotzdem hat meine Schwimmstrecke Bögen 🙂 Gehaue gibts diesmal kaum. Dafür aber auch kaum Wasserschatten. Ich kann mein Rennen für mich allein schwimmen. ich sehe nach der Hälfte schon, dass es keine Traumzeit wird, aber im passeblen Rahmen bleibt (ca 39mins). Immerhin fühle ich mich gut und trabe nach dem Ausstieg Richtung Wechselzone.

08:40 Es regnet endlich wieder. Aber erst seitdem ich aus dem Wasser bin 🙂 Der Neo wird runtergepellt, Ich stülpe die Kompressionssocken an (warum habe ich nur weiße Socken gewählt?) und schlüpfe in die Radschuhe, entscheide mich für die Regenjacke und renne zum Rad. Hier überhole ich noch Athleten (Das sollte sich bald aendern) und steige hinter dem Radbalken auf.

08:45 Ich bin auf dem Rad. Alles ist naß. Ich sehe Athleten mit reiner Sommerbekleidung und bedauere sie auf auf den Abfahrten… Die kommenden 3h32 (und ich vor 2 jahren ca. 25m schneller) waren nur halb lustig.. Ich merkte wie mir Höhenmetertraining fehlte und ich langsam die Berge hochschraubte. Nach 2h wurde ich dann von einem guten Teil der zweiten Startgruppe überholt – die Startgruppe bestand aussschliesslich aus Frauen. Den Berg runter war ich sowieso ein Schisser, auch hier wurde ich eher überholt als der Überholende. Ein wenig frustrierend war das schon, aber letztendlich hatte ich meine persoenlichen Ziele: Finishen, unter 6h Finishen, unter 5h52 finishen (Das war meine Zeit von 2008). Nach 3,5h Rennzeit wusste ich ziemlich sicher, dass Ziel 2+3 gestrichen waren, aber: Finishen und damit Käsekuchen im Ziel geniessen war sowieso wichtiger:)

12:15 Ich rolle endlich von der Wiesbadener Platte in die WZ2 ein. Ich fühle mich gut. Die Verpflegung hatte gut geklappt und ich wollte jetzt die Disziplinen einzeln bewerten und dachte mir: der Halbmarathon unter 2h sollte aber schon noch drin sein. Es regnet immernoch. Ich wechsle die Schuhe und ziehe die Regenjacke aus – die armen Zuschauer, die trotz Regen gekommen sind, sollen wenigstens was von den „verrückten Triathleten, laufen halb nackt durch den Regen“ erzählen können.

12:18 Ich bin auf der Laufstrecke. Es gibt vier Runden a 5,5km. Die Leute vor mir, die schon eine Runde oder mehr absolviert haben sind dreckig wie die Wutz. Der Kurpark scheint ein Schlammparadies zu sein.. ich laufe um die erste Kurve am Kurhaus und.. bekannte Gesichter! Boris und Sabine waren. Noch ein dankbarer Schub für die letzte Disziplin. Die erste Runde gewöhnte ich mich an die Strecke. Man freut sich auf jedesmal, wenn man am Kurhaus vorbeikommt.


Die vielen Zuschauer und die pushende Musik, läßt mich jedesmal in die nächste Runde fliegen und motiviert auf den einsamen Abschnitten durch den Kurpark. Nach 2 Runden bin ich locker im Soll (unter einer Stunde) und habe gleichzeitig die Hälfte geschafft. Ein Nasser halber Tag neigt sich dem Ende zu! Auf Runde 3 überhole ich ein paar bekannte Gesichter von der Radstrecke. Wie gut das Triathlon aus drei Disziplinen besteht. In Runde 4 hole ich nochmal ein bisschen mehr aus mir raus; Ich will mir das Ziel doch noch ein wenig verdienen. Der letzte Wendepunkt am Kurhaus. Noch eine Kurve und ich darf nach links in den Zielkanal einbiegen anstatt nach rechts in einer weitere Laufrunde. Noch 100m. Ich gebe ein wenig mehr Gas. Ich schaue nach links und sehe das ein Athlet mit mir zum Endspurt ansetzt. Ich will noch einen (kleinen) Triumpf und gebe Vollgas. Ich wundere mich was da noch rauskommt (Habe ich Energie im Rennen verschenkt?). Egal. Ich bin durchs Ziel. Endlich.

ca. 6h20 habe ich gebraucht. Egal. Das ganze Rennen war eine Wasserschlacht und ich war durch. So sehr habe ich noch nie die Massage und mein Finisher-Buffet genossen. Und der Regen hat puenktlich im Ziel aufgehoert:)

Abschließend noch eine traurige Nachricht. Noch im Shuttle-Bus zum Partkplatz zurück erfahre ich, dass ein Athlet morgens auf Schwimmstrecke (vermutlich an Herz-/Kreislaufversagen) gestorben. Mein Beileid 😦
Vielleicht kann das wenigstens eine Motivation für andere sein, sich geeignet auf solche Belastungen vorzubereiten und vielleicht doch einmal öfters einen CheckUp beim Arzt machen zu lassen.

Advertisements

Ironman 70.3 – Noch eine Woche

9. August 2010

Der zweite Saisonhöhepunkt steht vor der Tür: Der halbe Ironman (Ironman 70.3) in Wiesbaden.  70.3 ist die Streckenlänge in Meilen (1,9km Schwimmen / 90km Rad / 21km Laufen). Ich fühle mich nach 5 Wochen eigentlich wieder einigermaßen fit. Wiesbaden ist das letzte große Ziel dieses Jahr. D.h. ich werde mit mehr Risiko fahren und versuchen meine Bestzeit von vor zwei Jahren inzustellen (5h52). Der MTB-Marathon letzte Woche hat mir hoffentlich noch ein wenig Kraft für die 1500Hm in Wiesbaden gegeben.

Ansonsten rätsle ich seit 2 Tagen, warum ich mit der Altersklassenelite für die erste Startgruppe ausgewählt wurde. Jetzt muß ich früher aufstehen und darf um 8:00 mit den Profis starten. Mit Wasserschatten wird das wohl eher nix 🙂

Neopren ist momentan erlaubt und ich habe die Startnummer #216. Vielleicht hat ja jemand Lust sich im Kurpark bei einem Stück Kuchen die schwitzenden Läufer anzuschauen 🙂


Keilerbike in Wombach

9. August 2010

Letzte Woche gabs ein bischen Abwechslung in Wombach: Ein MTB-Rennen (58km/1300Hm). Vor drei Jahren war ich schonmal dabei, damals war das ganze Rennen eine riesige Sauerei (-> Regen). Mit schlammigen Abfahrten und einigen Stürzen. Ich war auch noch ohne Klickpedale unterwegs.
Dieses Mal war alles anders: Klickies, kaum Regen und eine um 40mins bessere Zielzeit. Es lebe die Blaskapelle auf der Aurora 🙂 Und vielen Dank an das nette Mädel in der Verpflegungsstation, dass mir wegen meiner vollen Hände einen Müsliriegel in den Mund geschoben hat! 🙂


Der eiserne Sonntag

6. Juli 2010

Es it geschafft! Es ist Dienstag – zwei Tage nach dem Rennen. Mein Gang ist ein wenig hakelig, ansonsten gehts mir gut. Ich bin fast überrascht… Doch der Reihe nach:

Die Nacht war kurz. Ich glaube ich bin gegen 2 Uhr eingeschlafen. So kurz vor dem Rennen bin ich dann doch etwas aufgeregt.

03:30
Der Wecker klingelt. Schon in der Nacht habe ich mich kurzfristig entschlossen zum Rebstockgelände zu fahren anstatt direkt zum Langender Waldsee. Es werden 12000-15000 Zuschauer erwartet. Mit denen wollte ich nicht um die Zufahrt konkurieren. Bis um 4:30 hieß es frühstücken (Kaffee, Toasts mit Marmelade oder Honig und auch einen Riegel), Duschen (zum Kreislauf anregen!), Radflaschen mit ISO mischen, After-Race-Beutel kontrollieren und eine dicke Schicht Sonnencreme auftragen. Die Wettervorhersage war ja extrem. Ich sitze tatsaechlich um 4:30 im Auto.

04:30
Unterwegs kontrolliere ich noch die eine oder andere Sache im Beutel. Vermutlich zum siebten Mal. Radbrille dabei? Gels/Riegel dabei? Klar, hast du doch schon so oft nachgeschaut.

05:00
Das Frankfurter Rebstockgelände. Ca. 30 Autos stehen auf dem Parkplatz. Bin ich hier richtig bei einem Athletenparkplatz für die Ironman-Europameisterschaft mit 2300 Athleten? Ein Bus mit „IRONMAN“ im Display fährt an mir vorbei. Bin wohl richtig 🙂 Ich steige in den vollen Bus und stehe die ganze Fahrt zum See (Ist so lange Rumstehen gut für das Rennen?). Dem Bus voraus fährt eine Motorrad-Eskorte. Als der Bus endlich zum Waldsee abbiegt, sehe ich die Autoschlange bis zum Horizont – zum Glück bin ich mit dem Bus hier. Der bringt uns direkt an die WZ1.

05:30
Ich suche mein Rad. Noch 1,5h zum Start. Massig zeit!? Ich befülle mein Rad mit dem Essen und Radflaschen und versuche eine Pumpe zu organisieren. 30 Pumpen fuer 2300 Athleten? Das ist genauso wie mit den Dixies – es gibt NIEMALS genug vor dem Rennstart. Nach 15mins habe ich endlich eine Pumpe – Allerdings eine defekte 😦 Weitersuchen. Ein Typ schaut mich an und meint „Pmsdfpm?“. Ich hoere nochmal hin „Pump?“ Ich nicke und habe jetzt doch endlich eine Pumpe für um Druck zu machen. Es ist 6 Uhr und ich war immernoch nicht aufm Pott. Die schlange reicht quer durch die Wechselzone. ich stehe 15mins an und versuche alles loszuwerden. Auch meinen weissen After-Race-beutel. Letzte Chance – Jetzt ist er weg.

06:30
Der Sprecher kuendigt den ersten Start in 15mins an. Ich hänge meinen blauen Beutel doch noch vors Zelt anstatt ans Rad und hoffe an alles gedacht zu haben. Ich bin jetzt barfuss und habe nurnoch Badekappe, Schwimmbrille, eine Packung Cola Rideshots und eine ISO-Radflasche bei mir und wandere durch den Sand bergab zum Ufer. Letzte Mahlzeit: Die Fruchtgummis sind drin, ein paar letzte Nipper an der Iso-Flasche. Vor mir Starten die Profis und die ersten 300 Altersklassenathleten. Die Wasseroberfläche wird durchpflügt von ca. 700 Armen. Gleich werden es nochmal 4000 sein die dazu kommen.

06:50
Ich stehe im Wasser. Normalerweise ein kleiner Schock. Besonders wenn man bis über die Hüfte eintaucht. Der Neo ist voellig zurecht verboten worden. Das Wasser ist wirklich angenehm. Ich lasse mich an die rechte Seite treiben, um dem Geprügel ein wenig aus dem Weg zu gehen. Der letzte Countdown: „Noch eine Minute bis zum Start“.

07:00 / Schwimmen
Die Sicherungsboote preschen nach vorne. Das Rennen ist eröffnet! Ich werfe mich nach vorne und beginne zu Kraulen. Ab und zu einem Fuß ausweichen und gleichzeitig dranbleiben um den Wasserschatten auszunutzen. Links und rechts Schwimmer. Potentieller haue versuche ich durch Rückfallen oder Zwischensprints auszuweichen. Ein Blick aus dem Wasser. Ah da vorne ist was gelbes – die anderen Schwimmen auch da hin. Scheint richtig zu sein:) Bald ist die erste Boje erreicht. Ein wenig zu eng habe ich sie genommen; es wird enger. Und schon geht es auf den Landgang zu. Die Marke für die ersten 2km. Beim Landgang bekommt man das erste mal die vielen Zuschauer mit, die schon hier an der Schwimmstrecke stehen! WOW! Und wieder ins Wasser in Richtung zweiter Wendeboje. Diesmal bin ich weit von der Idealline entfernt. Weniger Prügelei aber auch weniger Wasserschatten. Egal. Um die Boje herum. Puls 140. Ich bin positiv überrascht, dennoch merke ich langsam meine Arme. Ich schaue nach vorne. Jetzt kann ich mich schon am Ausstieg orientieren und nicht mehr an gelben Punkten. Das Ufer ist greifbar nahe. Land! Ich fühle mich gut. Das Display zeigt 1h31.

08:30 / WZ1
Wo ist der Beutel? Rein ins Zelt. 8 Minuten fürs Wechseln. Man könnte meinen ich mach eine Kaffeefahrt:) Die meiste Zeit geht fürs Füße putzen (voller Sand) und Anziehen der Kompressionssocken drauf. Ich lasse mir Zeit. Der Tag wird lang genug. Radschuhe an und weiter zum Fahrrad.

08:40 / Rad
Mein Plan war die ersten 1-2h ruhig anzugehen und dann zu schauen wie ich mich fühle, um evtl. eine Schippe draufzulegen. Dazu alle 30mins entweder 1 Riegel oder 2 Geld oder 1Packung Ride Shots. Dazu soviel Trinken wie reingeht und alle 90mins 2 Salzkapsel. Wer sich also fragt, was man Stundenlang auf dem Rad so macht oder denkt: Puls kontrollieren, essen, trinken, Windschattenverbot einhalten. Konzentration ist gefragt. Wenn man hier Fehler macht, dann kann sich das später bitterböse rächen. Sei es noch auf dem Rad oder beim Laufen. Dann der erste Höhepunkt beim „The Hell“: Kopfsteinpflater bergauf, Viele Zuschauer und zwei Teufel die Stimmung machen. Ich bin hier richtig.

Weiter gen Norden und dann zurück nach Richtung Frankfurt. Am Heart-Break-Hill kommt dann das erste Gänsehauterlebnis. Die Zuschauer verengen die Strecke so eng, dass die Radfahrer nur einzeln durchkommen. Man wird den Berg foermlich hochgetrieben. Hier kann ich mich nicht zurückhalten und treibe den Puls etwas höher als sonst. Danach gehts durch Frankfurt an der WZ2 vorbei in die zweite Runde. Hier überrundet mich der spätere Gewinner Andreas Raelert. Immerhin der einzige der mich überrundet:) Weiter gehts mit Essen, Isoflaschen an den Verpflegung und der Druckbetankung fuer die Salztabletten. Zum zweiten mal „The Hell“, zum ersten mal sehe ich bekannte Gesichter: Patrick und Eva! Schön euch zu sehen! Weiter nach Friedberg. Die Beine werden langsam müder. Am Heartbreak-Hill ists jetzt auch schon leerer. An der Aid-Station danach sind die Gels aus. Bei 400 Euro Startgeld darf, dass aber nicht passieren. Nun. ich hatte das Trikot voll bestückt mit allen was ich brauche. Noch die letzten Kilometer runterrollen nach Frankfurt. Ein Gedanke schiesst mir durchs Hirn: „jetzt nurnoch laufen“. Der zweite Gedanke: Hmm „nurnoch“ bedeutet ein Marathon. Und ich hatte vorher noch nie einen gelaufen. Ich war gespannt.

15:00 / WZ2
Ich gebe das Rad einem Helfer und suche wieder meinen Beutel. Diesmal ist der Wechsel schneller. Radschuhe aus, Laufschuhe und Kappe an. Ich laufe!

15:05 / Laufen
Meine Füße haben inzwischen die Form der Radschuhe angenommen und mußten sich auf dem ersten Kilometer erstmal an die Laufschuhe gewöhnen. Nach 2km wurde mir langsam etwas flau im Magen und ich dachte mir: Jetzt kommt endlich der Hammer, der ja kommen mußte. Gleichzeitig mußte ich etwas essen, sonst war das Loch in den nächsten Stunden vorprogrammiert. Ich entschloß mich an den Verpflegungsstellen zu gehen und langsam zu trinken und Gels zu essen; ohne Hektik. Danach weiterlaufen. WIe stand auf Schildern: „Nicht Denken – Laufen“. Wie wahr. Die  Zuschauer und Helfer sind der Wahnsinn. Auf der ersten Laufrunde sehe ich wieder Patrick und dann Susanne auf der Bruecke. Ich hatte noch 38km vor mir, aber ich war nicht allein. Meinem Magen gehts langsam wieder besser, ich bin trotzdem vorsichtig mit dem Essen. Und ich spüle mir weiterhin Salztabletten den Rachen runter. Ich schaffe es irgendwie 2 Gels pro Stunde und Wasser runterzuwürgen. Der Geschmack der süßen Gels und dem ISO-Getränken geht mir schon seit Stunden auf den Geist. Warme Cola mit Kohlensaeure ist auch nicht so der Bringer. Zweite Runde. Hey. noch diese Runde und ich habe den Halbmarathon. An der Strecke Jan, Annabelle, Daniel, Anja. Ich nehme mir 2 Sekunden um sie abzuklatschen. Im nachhinein erfahre ich dass ich Freunde abgeklatscht habe, die ich nicht bewusst wahrgenommen habe. Ich mußte weiter. 4km weiter begegne ich Isa und Simon. Isa will mich mit Wasser erfrischen. Ich hatte auch jetzt schon fast einen Ekel an Wasser (Ich haette nicht gedacht, dass es sowas gibt…). Runde drei. Hälfte ist geschafft. Inzwischen weiss ich wo ich die bekannten Gesichter suchen muß und freue mich auf sie.

Dazwischen Laufen, Iso, noch ein Gel, Käsekuchen, Käsekuchen ausspucken, eine Helferin preist mir TUC-Kekse an. Ich gehe 5 Schritte zurück. SO sehr habe ich mich noch nie auf TUC gefreut. SALZ! Weiter. Bisschen Wassertrinken. Laufen. Isa ist immernoch da und will wohl ihr Wasser nicht wieder mit nach Hause nehmen. Ich kriege es übergeschüttet. Ihhh, WARMES Wasser 🙂 Egal der Fahrtwind wirds richten. Letzte Runde. Jetzt noch ein Rosabändchen und ich wäre durch! Letzte Runde und noch mehr Fans: Lisa und Raphael. Marcus habe ich leider uebersehen, er war sogar beim Schwimmen dabei! Ihr seid Klasse. Dann habe ich das Rosabändchen. Noch 2km!!! ich geniesse die letzten beiden Kilometer. Bei jedem anderen Rennen versuche ich noch mal Gas zu geben. Heute ist es mir egal. Ich laufe mein Rennen. Ich lasse andere überholen wenn sie wollen. Und dann biege ich in den Zielkanal ein

19:45 / Ziel
Was dann kommt kann man nur ansatzweise beschreiben. Jubelende Zuschauer im engen Kanal. links und rechts Hände, die ich abklatsche, Musik. Ich habe Gänsehaut. noch 100m. Der kanal wird breiter. Volle Tribünen, Licht, Ich reisse die Hände nach oben und laufe durch das Zieltor. Ich darf mich Ironman nennen.

Ich danke euch allen. Euer Interesse an meinem Trainingsfortschritt in den letzten Monaten haben mich motiviert das Ziel zu erreichen und euch an der Strecke zu sehen war die Kroenung von diesem perfekten Tag!




Athletes Tracker und das Wetter

3. Juli 2010

Also der Live Athletes Tracker wird vermutlich auf dieser Seite zu finden sein:

http://ironman.com/events/ironman/germany/?show=results

Ich bin dann unter Startnummer #1480 zu finden.

Ich geh jetzt nochmal ne kleine Runde Radeln und Laufen und werde dann mein Rad einchecken. Ich bin per Handy den Tag über erreichbar, falls mich jemand wegen morgen noch was Fragen mag. Ich denke ich lese heute abend auch noch Emails bevor ich ins Bett gehe (Ich hoffe ich kanne in bischen Schlafen..).

Das Wetter ist ja echt ein A***Loch. Inzwischen ist morgens leichter Regen angesagt. Immerhin wieder etwas kühler…

Ich freue mich auf auf das Rennen morgen und euch an der Strecke zu sehen!


Post-Wettkampfbesprechung: NEO verboten!

2. Juli 2010

so. es ist raus. Morgen soll es 40 Grad geben, jetzt schon ueber 24.5 Grad Wassertemperatur. Der Neoprenanzug ist offiziell verboten! Zum zweiten mal bei einem europäischen Ironman-Rennen laut Wettkampfbesprechung (Das erste mal war auch Frankfurt – vor 4 Jahren). Wir sollten uns wohl geehrt fühlen…

Nach der Wettkampfbesprechung gings zur Startnummerausgabe und wieder zurück zur Frankfurter Eissporthalle. Hier wurden bei Pasta und Kuchen die Profis vorgestellt. Mir ist jetzt noch schlecht (vom Essen, nicht von der Laberei des Moderators, wobei der sich echt Mühe gegeben hat bei seinen Hor(r)orskopen für die Profis..) 🙂

So. ich muß schnell Beutel packen gehen und dann ab ins Bettchen. Heute ist nochmal großes Aussschlafen angesagt…


Pre-Wettkampfbesprechung

2. Juli 2010

„02.7. 24,4 Grad“

Als ob die sich alle Optionen offen halten wollen. Die endültige Entscheidung über den Neoverbot soll beim Bike-Checkin am Samstag verkündet werden.

Ansonsten gehts heute zur Wettkampfbesprechung und Startnummernausgabe. Die Tiere werden gelabled 🙂 Der Schlaf wird langsam unruhiger…